Kloster Otterburg und die ehemalige Zisterzienser-Abteikirche

- Zeittafel der Geschichte -

1143

Klostergründung durch Stiftung des Grafen Siegfried IV. von Northeim Boyneburg und Beglaubigung der Bischofssynode in Mainz.

1144

Tod des Grafen Siegfried IV. von Northeim-Boyneburg.

1145
Entsendung von 12 Mönchen des Klosters Eberbach im Rheingau durch Abt Ruthard.
1148
Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten stand die Gemeinschaft vor der Auflösung. Hildegard von Bingen bewegte die Mönche zum Bleiben
1168
Baubeginn an der Abteikirche unter dem ersten Abt Stephan.
1190/95
Wirtschaftlicher Aufstieg des Konvents bedingt durch ein umfangreiches Privileg Papst Innozenz III.
1254
Nach 86-jähriger Bauzeit vollzog Weihbischof Arnold von Lüttich in Anwesenheit von Erzbischof Gerhard von Mainz am 10. Mai 1254 die Weihe der Abteikirche.
1332
In Folge des ökonomischen Niedergangs wurde die Abtei der Schutzvogtei der Kurfürsten von der Pfalz unterstellt.
1556
Von 2. Hälfte 14. Jahrhundert bis ins 15. Jahrhundert andauernde wirtschaftliche und ökonomische Abstieg des Klosters und die Einführung der Reformation in der Pfalz 1556 beendete die Geschichte der Zisterzienser und des Klosters in Otterberg. In der Folge trat der Kurfürst Ottheinrich zum protestantischen Glauben über.
1559
1559 stellte sein Nachfolger Friedrich III. den Abt Wendelin Merbot vor die Wahl entweder dem neuen Glauben beizutreten oder die Abtei zu räumen.
1561
Der letzte Abt Wendelin Merbot verzichtete auf alle Rechte und verließ mit den letzten 3 Mönchen das Kloster.
1564
Endgültige Schließung des Klosters und Übernahme der Verwaltung der Bauten und Güter durch die Geistliche Güteradministration Heidelberg bis 1698.
1579
Unter Pfalzgraf Johann Casimir, ein Sohn des Kurfürsten Friedrich III., siedelten wallonische Glaubensflüchtlinge in Otterberg an. Es kam zur Gründung einer evangelischen Kirchengemeinde.
1581
Pfalzgraf Johann Casimir verleiht der jungen Kommune Otterberg die Stadtrechte. Es folgte eine rege Besiedlung. Bausteine für die Häuser werden aus der leer stehende Klosteranlage gewonnen
1670/71
Ein Großbrand an der Abteikirche, wahrscheinlich durch einen Blitzschlag ausgelöst, zerstört den Dachreiter über der Vierung.
1680
In Otterberg werden 28 evangelische, 8 lutherische und 9 katholische Familien gezählt.
1688-1697
Die Pfälzischen Erbfolgekriege hatten auch ihre Auswirkungen auf das religiöse Leben in der Stadt Otterberg. Johann Wilhelm gestattete 1691 den Katholiken die Mitbenutzung der Abteikirche.
1707
Auf der Grundlage von "Religionsdeklarationen" wurde vereinbart, dass die evangelisch-reformierte Gemeinde das Langhaus benutzt und die kath. Gemeinde Chor und Querhaus.
1708
Lang- und Querschiff wurden in der Abteikirche durch eine sog. "Schied Mauer" getrennt.
1800 Um 1800 Die Franzosen beschlagnahmten die Abteikirche und machten ein Hafer- und Strohmagazin daraus.
1818
Vereinigung reformierter und lutherischer Gemeinden in der Pfalz zur Unionskirche, - so auch in Otterberg. Besiegelung der Unionsurkunde beim Unionsfest in Kaiserslautern.
1821-1831
Erste große Renovierung zur Behebung der Feuchtigkeitsschäden durch Einbau eines Entwässerungssystems.
1902/1911
Grundlegende Renovierungsarbeiten an den Innenwänden von Lang- und Querschiff.
1969-1971
Beginn der letzten großen Renovierung mit Sandstrahlarbeiten am Außenmauerwerk, Dacherneuerung und Aufbau eines Dachreiters über der Vierung mit 3 Glocken. Das Geläut wird von der Kath. Pfarrgemeinde genutzt.
1976-1991
Fortsetzung der Renovierungarbeiten in der Abteikirche mit Abbau der Trennmauer (Schied Mauer) zwischen Langhaus und Querschiff, Tieferlegung des Kirchenbodens,  Einbau eines neuen Entwässerungssystems, Sandstahlarbeiten am Innenmauerwerk, Stukkateur- und Malerarbeiten sowie Neuverglasung der Fenster. 
12.12.1999 Einweihung der neuen Orgel, die von der Orgelbaufirma Goll AG, Luzern (Schweiz), hergestellt und in der ersten Nordarkade westlich der Vierung eingebaut wurde.
31.10.2006
Feierliche Indienststellung der neuen protestantischen Sakristei,
nach Plänen von Baudirektior i. K. Peter Roth, Speyer, in der südwestlichen Ecke aus Glas und Metall erbaut.

Die Abteikirche hat folgende Innenmaße (gerundet):
Langhaus einschl. Apsis: Länge 74 m, Breite 23 m
Querhaus ohne Querarmkapellen: Länge 35 m, Breite 10 m
Querarmkapellen (Sakristei, Taufkapelle): Länge 9 m, Breite 4 m

Quellen:
DKV-Kunstführer Nr. 423/3, 5. Auflage, Deutscher Kunstverlag GmbH München Berlin
Zeitbilder, 1999, Evangelischer Presseverlag Pfalz, Speyer
Otterberg - Kirche, Konfessionen, Geschichte, 1993, Verlagsgemeinschaft Ev. Presseverlag
Pfalz GmbH und Pilger-Verlag, Speyer.

Zusammengestellt von Karl-Heinz Eckhardt